Mit dem Gutachtenauftrag des Sächsischen Innenministeriums wird sich das Fachteam von 100achtzig° bis zum Sommer 2020 intensiv mit Thema PSNV (Psychosoziale Notfallversorgung) befassen. Die gebündelte Expertise und Erfahrung im Bereich PSNV, die Clivia Langer, Reiner Fleischmann und Sören Petry in Krisenintervention, Notfallpsychologie, Einsatznachsorge und Notfallseelsorge und Einsatzleitung mitbringen, hat zur Erteilung des Auftrags geführt.

Aktuell führt dasFachteam von 100achtzig° dazu gemeinsam mit weiteren Mitarbeitenden des Gutachten-Teams Sachsenweit Interviews durch: mit PSNV- Teams, Beauftragten in Behörden des Katastrophenschutzes, mit Rettung organisierenden Leitstellen, Hilfsorganisationen und Kirchen. So soll die gutachterliche Analyse der derzeit vorhandenen PSNV-Strukturen konkrete Handlungsempfehlungen für Sachsen ableiten.

Der Sächsische Landtag hatte 2018 die Sächsische Staatsregierung dazu aufgefordert, eine Landeszentralstelle für PSNV einzurichten. Das Sächsische Innenministerium hat daraufhin zunächst übergangsweise eine Landesbeauftragte für PSNV ernannt und damit beauftragt, die erforderlichen konzeptionellen Grundlagen für die Errichtung und den Betrieb einer solchen Landeszentralstelle zu erarbeiten. Auch soll geprüft werden, welche gesetzlichen Regelungen grundsätzlich für eine sachgerechte Aufgabenerfüllung einer Landeszentralstelle PSNV in Sachsen erforderlich sind. Bereits im März 2019 gab es dazu mit den PSNV- Akteuren ein Auftakttreffen und es wurden anschließend im gemeinsamen Landesbeirat für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz Eckpunkte für eine Konzepterstellung abgestimmt.

Seit vielen Jahren leisten Verbände, Vereine und Hilfsorganisationen in Sachsen Unterstützung für Betroffene und Einsatzkräfte. Die dabei gemachten Erfahrungen und aktuellen Herausforderungen werden eine entscheidende Schlüsselfunktion in der umfassenden Betrachtung haben und im Gutachten der Langer & Petry GbR 100achtzig° Niederschlag finden. Das Gutachterteam wird vorhandene PSNV- Angebote analysieren, Aussagen zur Bedarfsdeckung und Vernetzung treffen und soll eine Bedarfsermittlung mit Prognose bis ins Jahr 2030 vornehmen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten.

Mit dieser Ermöglichung stellt der Freistaat Sachsen neue Weichen für die Umsetzung Psychosozialer Notfallversorgung auf einen Weg der Weiterentwicklung der PSNV und Ihrer Strukturen in Sachsen.