Psychische Beanspruchungen von Beschäftigten können auch am Arbeitsplatz sichtbar werden und wirken sich auf die Leistung und das Verhalten Betroffener und auf Teamprozesse aus. Vor Ort realisierte Unterstützung Betroffener wirkt Folgen psychischer Erkrankungen oder Arbeits- und Berufsunfähigkeit entgegen. Im Unternehmen vorgehaltene Mitarbeiterfürsorge unterstützt die Gesundheitsförderung im Rahmen eines betriebsspezifisch ausgerichteten Betreuungskonzepts nachhaltig. Gemeinsam mit Verantwortlichen des Managements entwickelt das Fachteam 100achtzig° vorbeugende und nachsorgende Maßnahmen. Die hieraus entstehenden Qualifizierungen entsprechen den Vorgaben des Arbeitsschutzes und schaffen Voraussetzungen für gelebtes betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Die enge Verknüpfung der gesetzlichen Arbeitsschutzvorgaben mit BGM werden im Folgenden zusammenfassend skizziert.

Nach Badura, Ritter, & Scherf umfasst BGM die Gestaltung, Lenkung und Entwicklung betrieblicher Strukturen und Prozesse mit dem Ziel Arbeit, Organisation und Verhalten am Arbeitsplatz gesundheitsförderlich zu gestalten. Hierbei ist die Zugänglichkeit für alle Mitarbeitenden zu gewährleisten. (Quelle: B. Badura; W. Ritter & M. Scherf: Betriebliches Gesundheitsmanagement, ein Leitfaden für die Praxis, Hans-Böckler-Stiftung 1999)

Laut Veröffentlichung der Universität Tübingen 2013 entfaltet BGM Nachhaltigkeit, wenn Gesundheit in Leitbild, in Führungskultur, in Strukturen und in Prozesse eines Betriebes, einer Behörde oder Organisation einbezogen wird. Dazu bedarf es einer Analyse der Arbeitssituation, Entwicklung zielgerichteter Maßnahmen und Evaluierung derer Wirksamkeit.

„BGM betrachtet die Gesundheit der Beschäftigten als strategischen Faktor, der Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, die Kultur und das Image der Organisation hat.“

Quelle: https://uni-tuebingen.de/einrichtungen/personalvertretungen-beratung-beauftragte/betriebliches-gesundheitsmanagement/

Nachhaltigkeit entfaltet sich mit der konsequenten Verfolgung dreier Prinzipien:

BGM umschließt Arbeits- und Gesundheitsschutz, Suchtprävention, Betriebliches Eingliederungsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung in einem ganzheitlichen Ansatz. Hierbei ist die Partizipation aller Mitarbeitenden zu gewährleisten, damit einerseits die Analyse von Faktoren, die Gesundheit fördern oder hemmen gelingt und andererseits eine nachhaltige Teilnahme an gesundheitsfördernden Angeboten für alle Mitarbeitenden möglich wird. Nur durch bewusste Koordination und Zusammenarbeit aller Fachstellen einer Organisation zum Thema Gesundheit gelingt nachhaltige Umsetzung von BGM. Die Gesunderhaltung von Mitarbeitenden steht im unmittelbaren Fokus. Hierzu verbinden sich gesetzlich verankerte Arbeitgeber-Pflichten Verpflichtungen der Umsetzung der Grundpflichten eines Arbeitgebers, des Arbeitsschutzgesetzes, von betrieblichem Eingliederungsmanagement) mit zusätzlichen Möglichkeiten, die der Gesundheitsförderung dienlich sind, aber nicht gesetzlich geregelt sind. Es liegt daher in der Verantwortung des jeweiligen Arbeitgebers, diese umzusetzen. BGM gibt sowohl Orientierung für ein Verhalten der Führungskräfte als strategischen Aspekt der Führungskultur als auch für das Verhalten von Mitarbeitenden, das Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden fördert. BGM kann somit als umfassender Managementansatz beschrieben werden, dessen Anteile in der Grafik zusammengestellt sind und im Folgenden zusammengefasst beschrieben werden:

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